• José

Kleine Kunde zur Weizentortilla

Aktualisiert: Mai 25

Obwohl die Tortilla aus Mais die typischere Tortilla ist, werden in Mexiko durchaus auch Tortillas aus Weizenmehl verwendet. Als Kind habe ich gestaunt über die riesigen Tortillas de Agua (Küchentradition aus Sonora, Mex.). Frauen schafften es mit Hände und Armen hauchdünne Weizenfladen zu ziehen, die einen halben Meter im Durchmesser waren! (https://www.youtube.com/watch?v=SMIr9a6Kk0Y) Anschließend wurden sie gefaltet und bei warmen Mahlzeiten in Stückchen gerissen, um mit dem Essen zu hantieren. Besteck wird in Mexiko traditionell von Tortillas ersetzt. Noch heute verbinde ich Tortillas de Agua mit den unvergleichlichen Geschmack von Chili- und Fleischsoßen. 


Jahrtausende lang produzierten Menschen Fladen aus Korn: in Amerika aus Mais, in der „alten Welt“ (Eurasien und Afrika) aus Weizen. Spanier nannten ihre Weizenfladen „Tortillas“. Als sie zu Kolonialzeiten nach Lateinamerika reisten entdeckten sie ein Stück Heimat in den Maisfladen Mittelamerikas und nannten sie ebenfalls Tortillas. Ihr Name in der indigenen Sprache, Nahuatl ist „Tlaxcalli“. Gänging ist bis heute „Tortilla“ geblieben.


Da im Norden Mexikos schon ab dem 16. Jahrhundert Weizen von spanischen Eroberern angebaut wurde, gehören Weizentortillas dort heute zur regionalen Küchentradition. Burrito (Reis, Bohnen, Salsa mit Fleisch oder Gemüse eingewickelt in große Weizentortillas), ist zum Beispiel ein Gericht das seinen Ursprung im Bundesstaat Chihuaha hat. Weit verbreitet und geliebt sind auch Weizentortillas mit Käse, die Quesadillas.


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